Den Park entdecken

Die historischen Gebäude von Beelitz-Heilstätten

Heino Schmieden

Der Architekt Heino Schmieden prägte, vor allem mit der Gestaltung öffentlicher Bauten, das Antlitz zahlreicher Städte Deutschlands, in der wilhelminischen Epoche. Konzertgebäude, Museen, Justiz-, Universitäts- und Verwaltungsbauten –vor allem aber immer wieder Krankenhäuser– wurden von ihm konzipiert. So war er auch der führende Architekt in der Gründungs- und Aufbauphase (1898-1902) der Heilstätten in Beelitz.

Heino Schmieden

Gemeinsam mit seinem Jugendfreund und 1.  Sozietätspartner, Martin Gropius, arbeitete er an einer modernen, menschenbezogenen Architektursprache, welche gestalterische Schönheit als der Gebäudefunktion zugehörig betrachtete.

Die Beelitzer Heilstätten sind ein Beleg für diesen Anspruch. Der Architekturkritiker Gerwin Zohlen schrieb 2012: „Noch im ruinösen und geschredderten Zustand von heute, sind die Beelitzer Heilstätten das schwer fassliche Dokument eines architektur-ästhetischen Überschusses und Mehrwertes, der seinerzeit für soziale und medizinische Zwecke aufgewendet wurde. Die Würde, Haltung und das Engagement, die aus den Heilstätten zu uns sprechen, scheinen heute so gut wie undenkbar, zumal sie für die einfache Bevölkerung aufgewendet wurden. Und sie sind zugleich ein Zeugnis des architektonischen Könnens, das es vor 100 Jahren noch selbstverständlich gab.“

Die Kochküche

Die Kochküche diente der Versorgung von 600 Patientinnen und ca. 400 Mitgliedern des Personals. Da das Küchenpersonal überwiegend weiblich war und auf dem Gelände anfänglich eine strikte Geschlechtertrennung praktiziert wurde, befanden sich Küchen und Waschhäuser auf der Frauenseite.

Die Waschküche

Die Waschküche. Hier wurde die Wäsche aus den Sammelstellen der vier Pavillons und aus dem Desinfektionsgebäude entgegengenommen. In einem großen Waschküchenraum wurde sie dann zunächst eingeweicht und in vier elektrisch betriebenen Dampfwasch- und Spülmaschinen, etwa 30 Minuten lang gekocht und dann mit kaltem Wasser nachgespült. Anschließend wurde die Wäsche in Zentrifugaltrockenmaschinen getrocknet und in einer großen Dampfmangel geglättet.

Der Frauenpavillon

Der Frauenpavillon. Der Pavillon BII war das Bettenhaus für lungenkranken Frauen. Er wurde im Grundriss so gestaltet, dass sämtliche Einrichtungen, wie Toiletten, Wasch- und Baderäume, die Untersuchungszimmer sowie der Speisesaal nach dem „Prinzip der kurzen Wege“ erreicht werden konnten. Die Bettenzimmer lagen auf der gegenüber liegenden Südseite des Gebäudes, so dass die Patientinnen maximale Sonne und einen freien Blick in den Park hatten.

Das Alpenhaus

Das Alpenhaus wurde bis 1907 für 273 Patientinnen erbaut. Auf dem Dach befand sich einer von 3 miteinander in Verbindung stehender Wasserbehälter. Gegen Ende des Krieges in Brand geschossen, wurde es nach dem Krieg nicht wieder in Betrieb genommen und wird seitdem von der Natur zurückerobert.

Die Chirurgie

Das Chirurgiegebäude ist eines der letzten und modernsten Bauwerke der gesamten Beelitzer Heilstätten. Hier konnten ab 1930 auch schwerkranke Tuberkulosepatienten in 3 Operationsräumen behandelt werden. Die Patienten waren vorrangig in Einzelbettzimmern untergebracht.

Das Pförtnerhaus

Das Pförtnerhaus war einst der Zugang zu einer eigenen, in sich geschlossenen Welt. Alle vier Quadranten verfügen über baugleiche Eingangshäuser, in denen einst pensionierte Offiziere mit ihren Familien wohnten. Diese Pförtnerhäuser waren der Dreh-& Angelpunkt im Verkehr mit der Außenwelt. Jeder Zutritt in die Quadranten wurde hier geregelt und protokolliert.

Das Pförtnerhaus wird zum Service-Center.
Bis zum Saisonbeginn, im März 2018, renovieren und gestalten wir dieses Gebäude so, dass künftig u.a. eine Besucher-Information ein kleiner Shop, der Gruppenreise-Service und firmeninterne Dienste hier arbeiten können. Auch unsere Gruppen-Führungen werden hier starten.

Anreise

Mit dem PKW:

Adresse für die Navigation

Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz-Heilstätten

Sie erreichen uns über die A9  Berlin – Nürnberg Abfahrt 2 „Beelitz-Heilstätten“, oder die Landesstraße 88. Vom Kreisverkehr aus gelangen Sie direkt auf die Zufahrt zum Parkplatz des Baumkronenpfades „Baum & Zeit“

Mit der Bahn:

Sie nehmen die Regionalbahn Linie 7 der Strecke Berlin – Dessau, steigen am Bahnhof Beelitz – Heilstätten aus und folgen den Hinweisschildern Richtung Baumkronenpfad Beelitz Heilstätten. Nach einem ca. 5 minütigem Fußweg erreichen Sie den Eingang am „Pförtnerhaus“