Seit 2015 schlängelt sich unser Baumkronenpfad über die Weltkriegsruine „Alpenhaus“ und ihren „Dachwald“.  Dieses touristische Highlight verdankt das Erlebnisareal der schwärzesten Stunde der alten Heilstätten: den Kämpfen der „Armee Wenk“ gegen die, den Ring um Berlin schließenden, Truppen der Sowjetarmee im April 1945. Damals brannte das „Alpenhaus“ aus.

Es spross ein Dachwald auf der Ruine – der wohl größte „Bonsaigarten“ Deutschlands, denn ohne ausreichendes Erdreich und kaum mit Wasser versorgt, gediehen die Bäume nur im Kleinwuchs und halten doch mit ihren Wurzeln die Decke des Gebäudes. Inzwischen ist dieses Biotop mit seinen rund 15 Pflanzenarten auch Heimat von Tieren – von der Zauneidechse über den Siebenschläfer bis zu Füchsen und einer Waschbärfamilie.

Mit Beginn der extremen Trockensommer, seit 2018, hat auch für den Dachwald eine neue Periode seiner Geschichte begonnen. Teils seit 70 Jahren hier gewachsene Kiefern trockneten aus. Bereits jetzt ist aber zu beobachten, dass diesen Raum – ohne Zutun des Menschen – neue Gewächse nutzen und zum Licht streben.

Das „Alpenhaus“ wird, anders als alle anderen Gebäude in den Heilstätten, die teils durch Nachwendevandalismus und Materialdiebstahl geschädigt sind, als Ruine erhalten bleiben, während die Häuser ringsumher revitalisiert werden. So wird die Geschichte des Hauses, welches 1907 seine Pforten öffnete, 1945 ausbrannte in der Zukunft als Mahnmal und Touristenattraktion fortgeschrieben.

 

 

 

 

 

Mit der Gebäudeführung: „Zeitmaschine Alpenhaus“, gern auch als Taschenlampenführungen zu den Erlebnisnächten, erhalten heute Besucher Grundinformationen zur Historie und Anlage der Beelitzer Heilstätten am Beispiel des Hauses. Informationen zum militärischen Kontext der Weltkriegsruine und Fakten zur Besiedlung dieses markanten Gebäudes seit Ende des II. Weltkrieges durch Tiere und Pflanzen werden durch geschulte Guides an passender Stelle ebenso unterhaltsam vermittelt, wie Wissenswertes zur Nutzung des Gebäudes als Kulisse für unterschiedliche Filmprojekte. Denn auch das gehört zur Geschichte des Hauses: Das Alpenhaus ist eine gern gebuchte Filmkulisse – immer dann, wenn eine Ruine als passender Hintergrund der Handlung benötigt wird.

Hinweis: Auf Grund der aktuellen Durchführungsbestimmungen der brandenburgischen Rechtsverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie, in ihrer Fassung vom 17. April 2020, können derzeit keine Führungen durch das Alpenhaus angeboten werden.